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Immer wieder kollidieren Busse, Lastwagen und andere Nutzfahrzeuge beim Rechtsabbiegen mit Fußgängern und Radfahrern. Wer dabei den Kürzeren zieht, liegt auf der Hand: Allein zwischen Lkw und Radfahrern passieren jährlich rund 3200 Unfälle, die meisten davon beim Abbiegen.

Fahrzeuge sind mit hochmodernen Totwinkelwarnern ausgestattet

Bis Februar 2020 werden acht weitere Stadtbusse nachgerüstet

 

 

NEUMARKT. Die Stadtwerke Neumarkt i.d.OPf. haben zwei fabrikneue MAN Niederflurbusse in der Fahrzeugflotte. Das Besondere: Es sind die ersten beiden Linienbusse, die mit hochmodernen Abbiegeassistenten ausgestattet sind. Die Stadtwerke Neumarkt zählen damit zu den wenigen Nahverkehrsanbietern in Deutschland, die bereits über diese moderne Technologie verfügen. Die Warnsysteme schlagen immer dann Alarm, wenn sich Verkehrsteilnehmer im sogenannten „Toten Winkel“ befinden; also in dem Bereich rechts vom Fahrzeug, den die Fahrer trotz Spiegel nicht einsehen können. Pfarrer Joseph Dantas und Pfarrer Michael Murner segneten die Fahrzeuge feierlich unter den Augen von Oberbürgermeister Thomas Thumann, Stadtwerke-Chef Dominique Kinzkofer und stellvertretenden Dienststellenleiter Degenkolb am Neumarkter Busbahnhof.

 

„Fußgänger, Radfahrer und Kinder gehören zu den verletzlichsten Teilnehmern des Straßenverkehrs“, sagt Oberbürgermeister Thomas Thumann. „Mit den Abbiegeassistenten sorgt der Stadtbus dafür, dass sich diese Gruppe auf Neumarkts Straßen künftig deutlich sicherer bewegen kann. Ich bin sehr stolz darauf, dass unser ÖPNV-Unternehmen das erste in der Region ist, das auf diese lebensrettende Technik setzt.“

 

Weit verbreitet sind Totwinkelwarner im Öffentlichen Nahverkehr noch nicht. Das liegt vor allem daran, dass die Technik für Busse noch relativ neu ist. Die Stadtwerke Neumarkt werden die beiden Fahrzeuge mit Abbiegeassistenten ab sofort im Linienverkehr einsetzen. Bewährt sich das System, rüstet das lokale Unternehmen bis Februar 2020 acht weitere Stadtbusse nach.

 

Die Stadtwerke Neumarkt i.d.OPf. haben schon im Frühjahr dieses Jahres beschlossen, in die Totwinkelwarner zu investieren. Vor wenigen Tagen hat das Bundesfinanzministerium dann bekannt gegeben, dass es die Anschaffung des ÖPNV-Unternehmens mit einer Summe von 15.000 Euro unterstützen wird. „Das freut uns natürlich“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Dominique Kinzkofer. „Gerade im Stadtverkehr haben es unsere Busfahrer oft mit unübersichtlichen Situationen zu tun. Der Totwinkelwarner gibt nicht nur den anderen Verkehrsteilnehmern, sondern auch den Fahrern selbst mehr Sicherheit.“

 

Ausgestattet sind die beiden neuen Stadtbusse mit kamerabasierten Abbiegeassistenten der Firma TurnCAM – ein System, das selbstständig kritische Verkehrssituationen erkennt. Außen über der Bustür ist eine Kamera befestigt, die einen 2,50 Meter langen und 6 Meter breiten Bereich auf der rechten Fahrzeugseite überwacht – den toten Winkel. Jedes Mal, wenn der Busfahrer beim Rechtsabbiegen den Blinker setzt, springt im Fahrerhäuschen automatisch ein 10-Zoll-Bildschirm an, auf dem das Kamerabild zu sehen ist. Tritt nun eine Person in den Gefahrenbereich, sendet die sogenannte „Detection Box“ ein Signal auf den Bildschirm, der sich sofort von Grün auf Rot verfärbt. Gleichzeitig ertönt ein Alarmsignal, um den Fahrer auch akustisch auf die Gefahrensituation aufmerksam zu machen.

 

„Der tote Winkel bringt Radfahrer und Fußgänger auch in Neumarkt regelmäßig in lebensgefährliche Situationen“, weiß stellvertretender Dienststellenleiter Degenkolb. „Darum begrüßen wir jede Maßnahme, die dabei hilft, das Risiko für die Verkehrsteilnehmer zu verringern.“ Der Stadtbus und die Neumarkter Polizei leisten auch an anderer Stelle Präventionsarbeit für mehr Sicherheit im örtlichen Busverkehr. Mehrmals im Jahr veranstalten sie gemeinsam praktisch angelegte Verkehrssicherheitstrainings. Dabei wird vor allem Schulkindern die Gefahr des toten Winkels bewusst gemacht. „Aktionen wie diese in Kombination mit den neuen Abbiegeassistenten werden das Busfahren in Neumarkt ein Stückchen sicherer machen.“

 

Bilder: SWN (Frau Sedlatschek)

Gruppenfoto 1: v.l.n.r.: Werbemeyer, Herr Schlaffer, Herr Quaas, Herr Polizeihauptkommissar Degenkolb, Frau Ullermann (SWN), Herr Steinmetz (SWN), Herr Winkler (MAN), Herr Kinzkofer (SWN), Herr Scheibel (SWN)

Gruppenfoto 2: v.l.n.r.: Herr Pfarrer Dantas, Herr Polizeihauptkommissar Degenkolb, Herr Pfarrer Murner, Herr Oberbürgermeister Thumann, Herr Winkler (MAN), Herr Kinzkofer (SWN)

Pressemitteilung Braunschweiger Verkehrs AG

Das ROSHO TurnCAM®-System macht Straßen für Fußgänger und Radfahrer deutlich sicherer

Immer wieder kollidieren Busse, Lastwagen und andere Nutzfahrzeuge beim Rechtsabbiegen mit Fußgängern und Radfahrern. Wer dabei den Kürzeren zieht, liegt auf der Hand: Allein zwischen Lkw und Radfahrern passieren jährlich rund 3200 Unfälle, die meisten davon beim Abbiegen. 30 bis 40 Menschen kommen dabei ums Leben.

Grund dafür ist der tote Winkel, der sich beim Rechtsabbiegen der Fahrzeuge automatisch einstellt. Ein außen montierter Weitwinkelspiegel deckt zwar ein großes Sichtfeld ab, die Darstellung ist jedoch sehr klein. Der Fahrer muss genau hinsehen, um den Fahrradfahrer oder Fußgänger unten rechts am Fahrzeug zu erkennen.

Dabei gibt es längst zuverlässige technische Lösungen, die den toten Winkel komplett ausblenden und Leben retten: Elektronische Abbiegeassistenten erkennen Fußgänger und Radfahrer und warnen frühzeitig die Fahrer. Schätzungen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs und der Unfallforschung der Versicherer zufolge lassen sich durch Abbiegeassistenten mehr als 60 Prozent der schweren Unfälle verhindern.

Die ROSHO „TurnCAM“ kann über das Blinker- oder Geschwindigkeitssignal des Busses aktiviert werden. Wenn eine Person oder ein Objekt erkannt wird, das sich im Gefahrenbereich vorwärts bewegt, wird der Fahrer durch ein optisches und optional zusätzliches akustisches Warnsignal auf die Gefahr hingewiesen. Der optische Warnhinweis erfolgt über ein Fahrerdisplay, welches sich von Grün auf Rot verfärbt.